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Wozu lese ich eigentlich Gedicht?

Man glaube es kaum, aber nach zahlreichen Versuchen unseres Deutschlehrers und geschriebener Klausur, gibt er uns allen Ernstes die Hausaufgabe auf eben diese Frage zu beantworten.

Was nun folgt ist meine Antwort darauf:

 

Wozu lese ich eigentlich Gedichte?

Es war einmal ein geplagter Oberstufenschüler. Dank dem Zentralabitur und auch den davor geltenden Lehrplänen, durfte er sich mit Lyrik aller Art auseinandersetzen. Zuweilen stellte er sich die Frage „ Wozu lese ich eigentlich Gedichte?“. Nun, es ist schwierig diese Frage zu beantworten. Man weiß es nicht. Es wird gemunkelt, dass bestimmte Gedichte, sowie deren Autoren, zur Allgemeinbildung gehören. HÄÄÄ? Allgemeinbildung? Was das denn?
Gedichte sollen uns bestimmte Nachrichten übermitteln, die aber leider Gottes viel zu oft verschlüsselt und so kompliziert verwurschtelt sind, dass sich zu diesem Zeitpunkt wieder jene geplagte Oberstufenschüler fragt „ WAS ZUM TEUFEL WILLST DU MIR SAGEN????“
Brecht und Kästner in allen Ehren, aber wenn sie uns etwas mitzuteilen hatten, wieso rücken sie nicht einfach raus mit der Sprache und sagen uns klar wo der Hammer hängt. Nicht nur uns wäre geholfen, den Autoren doch auch!! Wie viele Menschen gibt es wohl, die gar nicht erst auf die Sache kommen die uns die Poeten mitteilen wollen. Ich will es nicht wissen. Wenn sie uns etwas wirklich Wichtiges überbringen wollen, dann wäre es doch sinnvoll wenn es jeder versteht.
Gut, man muss den Gedichten auch ein bisschen beipflichten, oder auch im speziellen den Verfassern. Es kann ja sein, dass Menschen  durch Gedichte Geschehnisse besser verarbeiten können, da sie anders nicht dazu im Stande sind, zum Beispiel weil sie die Dinge die wirklich passiert sind nicht beim Namen nennen wollen. Schön, was heißt das für uns? Wir sind eventuell, im glücklichsten Fall oder auch nur durch puren Zufall fähig, auch verschlüsselte Nachrichten irgendwie auseinander zu klamüsern, so, dass wir meinen wir hätten es verstanden und damit unendlich viel für unsere Bildung getan haben. Wir haben unseren literarischen Horizont erweitert könnte man sagen. Naja, ob wir wollen oder nicht, wir müssen ja Gedichte lesen. Die Frage „ Wozu lese ich eigentlich Gedichte?“ hört sich ja so an, als würde man das freiwillig tun. Weit gefehlt. Und damit wären wir bei weiteren Nachteilen von Gedichten angekommen. Sie rauben uns den Verstand, sie geben uns nicht gerade allzu selten das Gefühl so blöd zu sein, dass man sich fragt ob man auf der richtigen Schulform angekommen ist. Man stelle sich das mal vor. Eine Gruppe von angehenden Abiturienten sitzt auf ihren Stühlen und versucht das Versmaß krampfhaft rauszukriegen. KLATSCH – KLATSCH – KLATSCH. Herr Reehsee? Ja was heißt das denn jetzt??? Jambus, Trochäus, Daktylus etc, ja was zum Teufel ist denn so wichtig daran ob die Verse auf jeder zweiten oder dritten Silbe betont werden?? Gut, es ist wichtig für den Rhythmus, das Lesegefühl und den Klang. Schon klar. Aber mal ehrlich, auf den Inhalt kommt es an oder? Nicht auf irgend so einen anderen Schnickschnack, der unsere Geduld auf die Zerreißprobe stellt. Da verliert doch jeder die Motivation sich den Inhalt überhaupt noch anzugucken.
Ich persönlich lese Gedichte, ganz einfach weil ich muss. Wenn mich dann die üble Frage beschäftigt was denn die Aussage des Gedichts sein soll würde ich am liebsten ganz oft antworten: „ Es muss ja nicht immer alles Sinn machen!“ Genau so kommt es mir nämlich vor. Manchmal bezweifle ich, dass die werten Herren der Schöpfung, Verzeihung, natürlich auch die Damen, genau wussten was sie denn eigentlich mitteilen wollten, geschweige denn wussten, was sie uns mit ihren Ansammlungen von zum Teil etwas wirren Ausdrücken antun.

 

24.10.07 17:23
 


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